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Die Frau mit den Kaffeebohnen


Die Geschichte einer Frau, die sehr, sehr alt wurde, weil sie die Momente des Glücks nicht vergessen hat.

Die Frau verließ niemals das Haus, ohne sich vorher eine handvoll Kaffeebohnen einzustecken.
Sie tat dies nicht etwa, um die Bohnen zu kauen. Nein, sie nahm sie mit, um so die schönen Momente des Tages
bewusster wahrzunehmen und sie zählen zu können.
Jede positive Kleinigkeit, die sie tagsüber erlebte - zum Beispiel einen fröhlichen Plausch auf der Straße,
fröhliche Kinderaugen, ein liebes Lächeln, ein köstliches Mahl, ein gutes Stück Kuchen, ein herrliches Glas Wein -
für alles, was die Sinne erfreute, ließ sie eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche wandern.
Manchmal waren es gleich zwei oder drei.

Abends saß sie dann zu Hause und zählte die Bohnen aus der linken Tasche.
Sie zelebrierte diese Minuten. So führte sie sich vor Augen, wie viel Schönes ihr an diesem Tag widerfahren war.
Sie freute sich und dankte Ihrem Schöpfer.

Und sogar am einem Abend, an dem sie bloß eine Bohne zählte, war der Tag gelungen - hatte es sich zu leben gelohnt. 

Verfasser unbekannt

 

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